NordseeLogbuch

Schweinegrippe – Impfen ja oder nein?

Donnerstag, 26. November 2009 von Joachim Eggers

Da stehe ich nun täglich in meiner Apotheke und werde ständig gefragt, was nun eigentlich richtig ist: Gegen Schweinegrippe impfen lassen oder nicht?!
Auch ich habe mich in der letzten Zeit gefragt, ob ich dies nun tun soll. Und selbst ich bin durch die hysterische Berichterstattung der Medien verunsichert gewesen. Also machte ich mich schlauer!
Warum soll ich mich also impfen lassen? Ich habe täglich Kontakt zu erkrankten Menschen und habe dadurch das Risiko mich anzustecken. Selbst bei intensiven Hygienemaßnahmen ist eine Übertragung nicht 100%ig auszuschließen. 2 – 3 Tage bevor ich jedoch meine ersten Symptome habe, stecke ich schon wieder andere an. Wenn ich meine Mitarbeiter anstecke, schade ich meinem Betrieb wirtschaftlich und damit mir selbst. Das ist schon in diesen Zeiten schlimm genug. Aber ich bringe die Erkrankung auch mit nach Hause. Dort habe ich Frau und zwei kleine Kinder, die ich anstecken könnte. Sollte einem der Menschen, die ich liebe, etwas geschehen, weil ich Angst vor einer möglichen Impfreaktion habe, weiß ich nicht, was ich machen werden. Wie soll ich damit Leben?
Also bin ich hier zur Impfstelle gegangen, bin um 7:58 Uhr mit dem Wagen angekommen, bin von den dortigen Mitarbeitern weitergeleite worden, habe meinen Fragebogen ausgefüllt, habe kurz warten müssen bevor man mich gestochen hat und um 8:05 saß ich wieder im Wagen. Das war der schnellster Arztbesuch, den ich je hatte!
Zwar hatte ich am Abend leichte Schmerzen an der Einstichstelle, ähnlich einer Prellung, jedoch habe ich die Impfung sehr gut vertragen. Von der Verträglichkeit habe ich keinen Unterschied zur Impfung gegen die saisonale Grippe gemerkt.
Ich empfehle jedem, der sich ein wenig um seine Liebsten sorgt, die Impfung durchzuführen. Ich denke, dass das sehr wichtig ist.
Und das sage ich auch und insbesondere deswegen, weil die Apotheker in Hamburg an den Impfstoffen nichts verdienen. Ich habe also garkeinen Vorteil dadurch wenn ich die Impfung empfehle!

Lieben Gruß

Joachim Eggers

Wundercreme bei Psoriasis oder Neurodermitis?

Montag, 02. November 2009 von Joachim Eggers

Schon während meines Studiums hatte unser Professor uns empfohlen, regelmäßig die Medien zu verfolgen, die sich gern mit marktschreierischen Überschriften hervortun. Das “Wundermittel der Woche” wird mit Sicherheit kurz danach in der Apotheke nachgefragt. Ob es nun bei der Gewichtreduktion helfen soll, neue Haar wachsen lassen soll oder Erkrankungen “heilen” soll, für die es bisher keine Hilfe gab.

Seit ein paar Tagen werden wir nun in unserer Apotheke immer wieder gefragt, ob wir denn die Creme gegen Neurodermitis und Psoriasis anfertigen können.
Auch wir waren überrascht von diesem Run und haben uns gleich um die Besorgung der notwendigen Rohstoffe bemüht. Jedoch schon nach einer Anfertigung hatten wir schon wieder Pause. Weder Vitamin B12 noch Avocadoöl sind kurzfristig zu bekommen!
Und mal ehrlich: So richtig weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Natürlich fertigen wir jede Rezeptur an, so lange sie unbedenktlich ist und aus pharmazeutischer Sicht machbar ist. Und wenn es eine gute Pflegecreme ergibt, ist das ja auch nicht schlecht. Aber wird hier nicht wieder mit der Hoffnung von Betroffenen gespielt?
Die Werbung war jedenfalls nicht schlecht! Das Timing jedoch verbesserungswürdig. Auch stellt sich mir die Frage, warum man so lange veraucht hat, das Produkt als Arzneimittel oder Medizinprodukt in den Markt geben zu wollen. Wenn man überzeugt von der Rezeptur ist, hätte es auch erst einmal als Kosmetikum gebracht werden können. Aber es ist ja so einfach auf die anderen zu schimpfen. Die böse, böse Pharmalobby

Gruß

Joachim Eggers

 

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